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Wiederholung des Hinspiels

RECKEN verpassen Punktgewinn gegen Rekordmeister denkbar knapp

Die Spiele zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und dem THW Kiel verlaufen seit einigen Jahren meistens äußerst eng – mit Ausnahme des 30:30 Unentschiedens vor Jahresfrist hat der Rekordmeister aber immer das bessere Ende für sich. So auch heute, als sich DIE RECKEN vor 9.800 Zuschauern in der ausverkauften TUI Arena mit dem Hinspielergebnis von 26:27 denkbar knapp geschlagen mussten. „Es ist schade, dass wir am Ende nicht mehr den Ausgleich erzielen konnten, denn wir haben 40 Minuten sehr gut gespielt“, ärgerte sich Trainer Jens Bürkle.

Sowohl DIE RECKEN als auch der THW Kiel hatten vor dem Spiel mit Verletzungsprobleme zu kämpfen. Zwar konnten die Niedersachsen in Kapitän Torge Johannsen und Kreisläufer Erik Schmidt zwei Rückkehrer begrüßen, dafür ging Keeper Martin Ziemer grippegeschwächt in die Partie. Da in Malte Semisch auch der zweite Torhüter noch nicht wieder zur Verfügung stand, sprang Jendrik Meyer aus dem Perspektivkader ein.

Trotzdem begannen DIE RECKEN nach der Länderspielpause äußerst konzentriert und zielstrebig. Ein anfängliches 2:3 drehten die Niedersachsen in eine 5:3 Führung. Diese hatte auch in der Folge bestand und wurde nach dem 9:8 Zwischenstand bis zum 12:8 (24.) Vorsprung konsequent ausgebaut. „Wir haben bis dahin sehr stark verteidigt und sind viele erfolgreiche Gegenstöße gelaufen“, analysierte Jens Bürkle.
In der Folge erlaubten sich seine Spieler aber eine Schwächephase, die eine Weltklassemannschaft wie der THW Kiel, auch ohne seine Starspieler Domagoj Duvnjak, Steffen Weinhold oder Ren Toft Hansen eiskalt ausnutzte. Nationalkeeper Andreas Wolff vernagelte in der Folge das THW-Gehäuse für 15 Minuten und vorne kamen die „Zebras“ vor allem über die treffsicheren Marko Vujin und Niclas Ekberg zum Abschluss. So gelang es dem Rekordmeister sich bis zur 40. Spielminute mit neun Treffern am Stück vorentscheidend auf 12:17 abzusetzen. „Wir sind nach der Auszeit von Kiel völlig aus dem Rhythmus gekommen. In der stärksten Liga der Welt darf man sich eine so lange Schwächephase nicht erlauben und gegen den deutschen Rekordmeister erst recht nicht“, stellte Bürkle fest.

Wer von den 9.800 Zuschauern allerdings glaubte, dass der THW Kiel in der Folge einem gemächlichen Auswärtssieg entgegensteuerte, wurde eines Besseren belehrt. DIE RECKEN, angetrieben vom starken Rückraumspieler Fabian Böhm, kämpften sich Stück für Stück in die Begegnung zurück. Zudem agierte die Abwehr in den letzten 20 Minuten ähnlich aggressiv und ballorientiert wie in der Anfangsphase.  
Bei 20:22 (51.) war der Anschluss wiederhergestellt und die letzten zehn Spielminuten versprachen einen frühsonntaglichen Tatortkrimi. DIE RECKEN ließen sich jetzt nicht mehr abschütteln und der siebte Feldtreffer von Böhm markierte den 26:27 Anschlusstreffer. Kiel spielte den Folgeangriff lange aus, doch Jendrik Meyer parierte glänzend gegen den freistehenden Kreisläufer Patrick Wiencek und brachte die ausverkaufte TUI Arena zum Kochen.

DIE RECKEN hatten in letzter Sekunde doch noch die Chance auf einen Punktgewinn. Diese blieb leider ungenutzt, denn Morten Olsen und Fabian Böhm unterlief im Zusammenspiel ein technischer Fehler. Während sich die Kieler jubelnd in den Armen lagen, blieb für Kai Häfner und Co. nur die Gewissheit, dass man ein weiteres Mal mit dem Rekordmeister mitgehalten hatte, ohne etwas Zählbares einzufahren.

Statistik

DIE RECKEN vs. THW Kiel 26:27 (12:13)

DIE RECKEN: Ziemer, Meyer, Johannsen, Mortensen (2/1), Patrail (4), Hykkerud (1), Lehnhoff (1), Häfner (4), Böhm (7), Kárason, Schmidt, Olsen (3), Christophersen, Kastening (4).

THW Kiel: Wolff, Landin, Firnhaber, Lackovic (2), Dissinger, Wiencek (3), Ekberg (8/5), Zeitz, Dahmke, Brozovic (2), Vujin (8), Bilyk (3), Nilsson (1).

Siebenmeter: 3/1 – 5/5 Mortensen neben das Tor, Lehnhoff scheitert an Landin

Strafminuten: 2:8

Schiedsrichter: Peter Behrens / Marc Fasthoff

Zuschauer: 9.800 (ausverkauft)

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